Gefühlt läuft nichts mehr in diesem Land. Überall haben wir einen massiven Fachkräftemangel. Gegenüber steht ein Haushaltsloch und fehlende Investitionen. Dazu winken Belohnungen à la Bürgergeld, wenn man einfach nur daheim hockt. Berufstätige Eltern mit Kind haben immer mehr Probleme Kita Plätze für ihre Kinder zu bekommen und vom Bildungssystem möchte ich erst gar nicht anfangen.

An allen Ecken und Enden fehlt es aktuell. Dazu kommen weitere Belastungen für die arbeitende Schicht unserer Gesellschaft. Es fehlt an Wohnungen, Fachkräften, Infrastruktur, Bildung, Gesundheitswesen und und und…

Der Finanztopf ist leer, für die wichtigen Themen ist kein Geld da. Aber für Zwecke zur weiteren Verschlechterung der Lage finden wir auf einmal wieder Geld, sei es als Leihgabe aus der Zukunft. („Wir borgen uns Geld aus der Zukunft..“ Zitat Christian Lindner)

Was läuft hier falsch? Wo steuern wir die letzten Jahre nur hin? Es wäre jetzt einfach zu sagen „die Ampel muss weg“ – aber das überlasse ich den Wutbürgen, denn alternativen sind auch keine wirklichen da.

Am schönsten finde ich hier ja die Polemik der CDU/CSU gegenüber der aktuellen Regierung. Ich möchte nochmal daran erinnern das wir vor der Ampel, eine CDU/CSU Partei mit in der Regierung hatten. Die schlafenden Merkel Jahre, in denen das ganze, was heute alles schiefläuft, bereits bestens vorberietet wurde.

Aber ich möchte in diesem Beitrag nicht über Politik reden, mir geht es hier um etwas anderes. Künstliche Intelligenz oder wie man diese Pseudo-Techniken gerne nennen möchte.

Wir bitten dich, erhöre uns, du großartige Künstliche Intelligenz.

Echte KI fängt nämlich da an, wo der Mensch dem elektronischen Gerät keine Metadaten zur Verfügung stellen muss, sondern wo die Maschine selbstständig Neuerungen erforscht und Wissen zu Themen aufbaut, welche heute noch gar nicht existent sind.

Aktuell sprießen die KI Tools nur so aus dem Boden, egal zu welchem Fachgebiet. Und das Thema wird durch die Medien natürlich auch schnell für die breite Masse interessant. Und ich meine hier noch gar nicht die Tools zur Erstellung von Bildern, Videos oder Audiodaten. Nein, ich rede hier erstmal von textbasierten KI-Tools wie ChatGPT.

Die Menschen haben sich an dieses Tool schon dermaßen gewöhnt, dass ich das Gefühl habe, dass sie ihr „Einwurf“ verhalten auf alle anderen Tätigkeiten übernommen haben.

Es ist natürlich charmant, wenn man den Computer einfach mal so fragen kann, warum im Radio nur Mist läuft oder wann das nächste Album von ABBA erscheint. Die KI Tools haben auf alles eine Antwort, egal wie sinnhaft diese auch erscheinen mag.

Künstliche Intelligenz schafft uns ab
Ja, dieses Bild habe ich mittels KI Tool Stable Diffusion erstellt.

Das Grundproblem, was ich hier aber vermehrte sehe, ist, dass die Menschen sich keinerlei Mühe mehr beide er korrekten Fragestellung und Informationsgabe machen. Und genau das spiegelt sich gefühlt immer mehr im Arbeitsalltag ab.

Wenn sie mal im Support tätig waren und Anfragen aus unterschiedlichen Abteilungen bekommen, dann sind Sie über jede Information im Supportticket dankbar. Denn erstens verkürzt es das ewige Pingpong bzgl. nachfragen aufgrund fehlender Informationen und es macht die Supporttätigkeit angenehmer.

Wenn man allerdings in einem Ticket nur so etwas wie „Pipeline geht nicht“ oder „Brauche Zugang“ liest, fragt mich wirklich ob der gegenüber versteht das hier ein Mensch den Support macht und keine KI.

Ja soll sich der Supportmitarbeiter jetzt aus dem Finger ziehen, welche der 5.000+ Pipelines nicht geht? Oder zu welchem der hundert Tools der User Zugriff möchte?

Vielleicht sollten wir mal die KI befragen?

grafik

An sich schonmal ’ne Super Antwort. Als Supportmitarbeiter hätte ich aber keinen Bock den Mist jedes Mal zu schreiben und dann wieder Ticket Pingpong zu spielen. Aber dafür gibts ja die KI.

KI schafft uns ab, teilweise!

Spielen wir dieses Szenario jetzt mal etwas weiter. Wir gehen mal davon aus, dass wir ein KI-Tool mit in unseren Support-Desk verbaut haben. Die initialen Antworten kommen also erstmal von der KI. Das kann in vielen Fällen schonmal helfen, allerdings, nur wenn die Person gegenüber auch versteht, worum es hier geht und korrekte Folgeinformationen bereitstellt.

Bis zu einem gewissen Punkt kann ich also solche Anfragen komplett über die KI steuern lassen. Egal ob Anlage von Benutzern oder Prüfung und automatisiertes Lösen von Fehlermeldungen in Pipelines. Aber es wird immer einen Punkt geben, wo der Mensch eingreifen muss, weil das Problem dann doch nur durch einen manuellen Eingriff aufgrund fachlicher Expertise lösbar ist. Dies heißt aber auch, dass man sich viel Personal im First Level sparen kann und man lediglich richtige Spezialisten beschäftigen wird.

Und genau das wird in Zukunft der Knackpunkt sein. Die folgenden Generationen werden mit KI Tools aufwachsen und ihre Denkweise anpassen. Gefühlt möchte ich sagen, dass man in Zukunft das Denken verlernen wird. Getreu dem Motto „die KI macht das schon“

Allein heute haben viele Berufsanfänger im IT-Sektor gar keinen Bezug mehr zu Serversystemen und deren Aufbau und Herkunft, da vieles nur noch abstrakt in der Cloud erstellt und verwaltet wird. Man klickt sich übers Portal schnell seinen Cloudservice zurecht und fertig (natürlich macht man das als ordentlicher ITler automatisiert mittels Terraform und CI/CD 🙂 )

Welche Sachen sich da im Hintergrund im Datacenter, auf Netzwerkebene, im Hypervisor und auf der Hardware selbst abspielt, ist dabei Nebensache geworden. Das betreut ja der Cloud-Anbieter. Und auch hier wird in Zukunft die KI viele Themen übernehmen und die Komplexität noch weiter abstrahieren und nach außen hin vereinfachen.

Natürlich wird KI auch neue Berufsfelder erschaffen. Aber für diese benötigen wir wieder gut ausgebildete Fachkräfte, welche es in Zukunft immer weniger geben wird. Des Weiteren wird man in Deutschland in Zukunft auch keine richtigen Innovationen mehr sehen können, da die Investitionen in die bekannten Bereich ja stagnieren und wir einfach viel zu Bürokratisch geworden sind.

Kurzum, wir können das Land eigentlich dicht machen oder die Koffer packen und auswandern.

Ich könnte den Artikel noch weiter schreiben und mich über fehlendes Wissen im Bereich Finanzen und das falsche Konstrukt unserer Altersvorsorge aufregen, aber es wird nichts helfen. Hier hilft nur Selbstheilung durch den Aufbau von Wissen und der Umsetzung eigener Strategien zum Vermögensaufbau und der Altersabsicherung. Ein einfacher ETF-Sparplan kann hier schon helfen.

Somit schließe ich diesen, zum Teil innerlich wutentbrannten Artikel ab. In der Hoffnung, dass es nur eine Phase ist, in der Menschen hoffen, dass ihr gegenüber mit nur einem Wort welches sie gesagt haben, sofort erkennt, was dieser möchte.